Jenny und Olli sitzen auf dem Sofa. Olli liest ein Buch und Jenny langweilt sich.

Jenny: „Olllliiii, mir ist so langweilig. Es ist so doof, dass wir jetzt an Ostern nicht bei Oma und Opa Osternestchen suchen dürfen! Ich mag die Corola nicht!“

Olli schaut verwirrt hoch: „Wer ist Corola??“

Jenny: „Na, die, wegen der wir nicht zu Oma und Opa dürfen!“

Olli: „Das heißt Corona. Und das ist ein DER. Der Virus.“

Jenny: „Dann mag ich eben den nicht. Es ist so doof, dass ich nicht in den Kindergarten darf.“

Olli: „Das stimmt. Und in die Schule.“

Jenny: „Und zum Kinderturnen.“

Olli: „Und zum Fußballtraining und in die Kirche.“

Jenny: „Ja, das ist sehr traurig, wo doch Ostern ist. – Du Olli, glaubst du Gott ist traurig, dass wir an Ostern nicht in die Kirche kommen?“

Olli: „Hm, eine gute Frage Jenny. Aber ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Gott traurig ist, dass wir nicht zusammen kommen dürfen. Aber ich glaube, er traut uns auch zu, dass wir damit umgehen können.“

Jenny: „Umgehen können?“

Olli: „Ich glaube, er traut uns zu, dass wir das schaffen, weil wir kreativ sind.“

Jenny: „Kreativ sind? Mann, Olli, du sagst heute lauter Wörter, die ich nicht kenne.“

Olli: „Na ja, es gibt Leute in unserer Kirche, die machen sich jetzt Gedanken, wie man trotzdem miteinander den Gottesdienst feiern kann.“

Jenny: „Aber das geht doch nicht!“

Olli: „Doch. Jeder kann in seinem Wohnzimmer oder in der Küche die Predigt übers Internet anschauen. Wir könnten dazu eine Kerze anzünden. Und der Papa könnte seine verstaubte Gitarre aus dem Keller holen und wir könnten dazu singen. Das wollte er doch schon lange mal machen, hat aber nie Zeit dazu.“

Jenny: „Willst du das wirklich?“

Olli: „Na klar, aber das war ja nur ein Beispiel. Ich glaube, Gott freut sich sehr, wenn er sieht, wie wir zusammenhalten, füreinander da sind, sehen, wenn es dem anderen schlecht geht oder er Hilfe braucht. Das ist oft nicht so, wenn man so viel um die Ohren hat.“

Jenny: „Aber was machen wir, wenn wir Angst vor dem Coro-Dings bekommen?“

Olli: „Ich glaube, Angst ist was gutes, weil sie uns vor einer Gefahr warnt. Und dieser Virus ist eine Gefahr, die wir nicht sehen und nicht beherrschen können. Und die Angst hilft uns vorsichtig zu sein und uns und andere zu schützen. Und wir können Gott von unserer Angst erzählen und ihn um Hilfe bitten. Als Jesus an Ostern am Kreuz gestorben ist, hatten die Jünger auch große Angst, dass sie es alleine ohne ihn nicht schaffen. Aber Gott hat ihnen zugetraut, dass sie das hinkriegen. Er hat ihnen sogar noch eine Aufgabe gegeben.“

Jenny: „Eine Aufgabe?“

Olli: „Ja, sie sollten hinausgehen in die ganze Welt und Menschen dazu auffordern, Gott nachzufolgen. Und er hat Ihnen verprochen bei ihnen zu sein, bis das Ende der Welt kommt.“

Jenny: „Ist Gott auch bei uns bis das Ende der Welt kommt?“

Olli: „Ganz sicher. Und darum glaube ich auch ganz fest, dass wir das schaffen können. Wir dürfen nur nicht aufhören zusammen zu halten, füreinander zu sorgen und kreativ zu sein. Gott hat das den Jüngern zugetraut, dass sie das schaffen und er traut uns das zu, dass wir das auch schaffen.“

Jenny: „Meinst du, Gott freut sich, wenn ich für Oma und Opa ein Bild male?“

Olli: „Auf jeden Fall.“

Jenny: „Dann mach ich das jetzt. Ich male unsere ganze Familie mit allen Oma´s und Opa´s und Cousinen und Cousains und Freunden.“

Olli: „Das ist schön. Da bist du eine zeitlang beschäftigt und ich kann mein Buch weiter lesen.“